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Einbautipps

Wer schon einmal eine komplette Car-HiFi-Anlage eingebaut hat, kennt das Gefühl wenn beim ersten Einschalten der Sound schlecht ist oder es in den Lautsprechern pfeift oder prasselt. Nach der ersten Enttäuschung geht’s dann gleich auf die Fehlersuche. Dabei sollte man aber systematisch vorgehen.

Hier gibt es Tipps und Tricks aus der Praxis zur erfolgreichen Fehlerbehebung. Zuerst einmal grundsätzliches:

*   Stromkabel immer direkt an der Batterie anklemmen. Den Querschnitt so groß wie möglich wählen. Bis 40A reicht ein 10² Kabel, bis 80A/ 20², bis 150A/35² und ab 150A sollte es ein 50² Kabel sein. Eine entsprechende Sicherung und Sicherungshalter muss immer im Motorraum bzw. ca.30-50cm nach der Batterie montiert werden. Die Verlegung des Stromkabels ist weitgehend unkritisch gegenüber Störungen. Grundsätzlich gilt ,wie für alle Kabel, immer so kurz als möglich. Das Stromkabel immer als letztes anschließen!

*   Für das Massekabel gilt das gleiche wie für das Stromkabel. Beide müssen den selben Querschnitt haben! Für den Massekontakt empfehlen sich z.B. große Schrauben im Kofferraum. Zu beachten ist, dass der Kontakt von Lack und Grundierung befreit wird, d.h. sorgfältig blank schleifen! Nur in wenigen Ausnahmefällen ist es nötig, das Massekabel direkt an der Batterie anzuklemmen, außer die Batterie ist unter der Rücksitzbank oder im Kofferraum verbaut.

*   Gute Lautsprecherkabel sollten bei einer Anlage eigentlich Standard sein, meist werden diese aber sträflich vernachlässigt. Der Satz, „Je dicker desto besser.“, gilt nur bedingt. Entscheidend für den Klang ist nicht nur der Querschnitt, sondern die Qualität des Kabels. Hier sollte man sich ein zu den anderen Komponenten passendes Kabel suchen. Die Verlegung kann meistens ohne Probleme links und rechts unter den Trittleisten erfolgen. Störungen im Lautsprecherkabel sind eher selten.

*   Nun zum Cinchkabel. Dieses ist das Störungsempfindlichste im Auto. Einfach abgeschirmte Cinchkabel sind nicht zu empfehlen. Mindestens zweifach oder noch besser dreifach abgeschirmte Cinchkabel verwenden .Unbedingt so weit weg als möglich zu anderen Kabeln verlegen! Der schlimmste Fehler ist die Verlegung entlang des serienmäßigen Kabelbaums. Pfeifen in den Lautsprechern ist so schon vorprogrammiert. Da der Kabelbaum des Autos meistens links verläuft, muss das Cinchkabel entweder auf der rechten Seite, falls dort keinerlei Kabel oder Steuergeräte sind, verlegt werden oder, speziell bei neueren Autos wie BMW,AUDI,MERCEDES, etc., in der Mitte zwischen den Sitzen! Wie bei den Strippen für die Lautsprecher gilt auch  für Cinchkabel die Qualität macht’s. Also auch hier das adäquate Kabel für die Anlage kaufen. Man glaubt oft nicht, was man an Sound mit einem guten Cinchkabel rausholen kann!

*   Alle Kontakte sollten vergoldet sein. Wer keine spezielle Quetschzange für die Kabelschuhe hat, sollte diese zusätzlich verlöten. Ist zwar viel Arbeit, spart aber späteren Arger mit herausvibrierten Drähten und eventuellen Kurzschlüssen.

*   Kondensatoren, auch Caps genannt, dienen zur Stromstabilisierung. Sie sollten eigentlich bei keiner Anlage fehlen. Je größer die Kapazität, also je mehr Farad, desto besser ist die Wirkung. Die Batterie wird geschont und der Bass kommt sauberer und dynamischer. Angeschlossen wird ein Cap genau wie ein zweiter Verstärker, also parallel. Vom Verteiler auf Plus und Minus an die Karosserie, manche benötigen auch ein Remotekabel. Einfache Caps müssen  erst über einen Widerstand oder eine Lampe aufgeladen, bzw. entladen werden! D.h. bei Arbeiten an der Anlage immer das Pluskabel von der Batterie abklemmen und den Cap entladen! Die Montage sollte immer in der Nähe der Bassendstufe erfolgen.

 

  Zealum ZFH-10 Zealum ZC-TS500-2  Zealum ZPC-5F20CRB 

Entstörung

Es gibt verschiedene Geräusche die einem den Sound im Auto so richtig vermiesen können. Dazu gehören Klappern von Nummerntafeln, Windgeräusche von undichten Woofergehäusen oder zu kleinen Bassreflexrohren, sowie Klappern von Türverkleidungen. Diese Störungen treten meist erst bei höheren Lautstärken auf, lassen sich aber leicht und schnell beheben. Anders sieht es da bei Pfeifgeräuschen und Prasseln bei laufenden Motor aus. Selbst bei richtig ausgeführten Einbau kann es zu diesen unangenehmen Geräuschen kommen.

Hier gibt es Tipps zur schnellen Fehlerbehebung:

*  Wenn  nicht  nur ein pfeifen sondern zusätzlich ein prasseln in den Lautsprechern zu hören ist, manchmal ist auch der Scheibenwischer, der Blinker oder der Gebläsemotor zu hören, deutet das auf einen schweren Massefehler hin.

Mögliche Ursachen sind:

Massekontakt schlecht (am Verstärker oder Karosserie, am Radio)

Cinchkabel defekt (Abschirmung innen abgerissen)

Radio oder Verstärker defekt (meist wurde durch einen Kurzschluss die Masseleiterbahn verbrannt)

Frequenzweichen der Lautsprecher zu nahe an Steuergeräten oder am Kabelbaum

*  Das Pfeifen der Lichtmaschine kann in verschiedene Komponenten einstrahlen. Zu überprüfen sind das Stromkabel, Massekabel, Cinchkabel, Remoteleitung, Antennenkabel, Lautsprecherkabel, externe Frequenzweichen. Um den Fehler beheben zu können, z.B. mit entsprechenden Filtern, muss zuerst die Fehlerquelle ermittelt werden.

*  Störungen über das Cinchkabel:

Cinchkabel am Verstärker abstecken >>> Radio einschalten >>> Motor starten >>>

Pfeifen nicht mehr vorhanden >>> besser abgeschirmtes Cinchkabel einbauen, Cinchkabel anders verlegen, Cinchfilter montieren.

Pfeifen weiterhin vorhanden >>> Störung kommt nicht über die Cinchleitung >>> Cinchkabel wieder anstecken.

Cinchfilter von Carpower

*  Störung über das Massekabel:

Massekabel am Massepunkt der Karosserie abklemmen >>> Kontakt blank schleifen, andere Massepunkte probieren. Manchmal hilft auch ein gemeinsamer Massepunkt für Radio/Verstärker und alle anderen Geräte.

    *  Störung über das Stromkabel:

     Stromkabel an der Batterie und am Verstärker abklemmen   >>> probehalber ein anderes Stromkabel

     anschließen >>> Pfeifen weg >>> Stromkabel neu verlegen oder Stromfilter einbauen (Stromstärke beachten!).

    *  Störung über das Remotekabel:      

     Remotekabel am Radio und am Verstärker abklemmen >>> probehalber ein anderes Remotekabel

anschließen >>> Pfeifen weg >>> Remotekabel neu verlegen oder Stromfilter einbauen.

    *  Störung über die Antenne:

 Antenne am Radio abklemmen >>> Pfeifen weg >>> Antennenfilter montieren.

Antennenfilter

    *  Störung über externe Frequenzweichen:

     Lautsprecher von Frequenzweiche abklemmen >>> Tieftöner (NIE den HOCHTÖNER!)ohne Weiche

     Anklemmen >>>Pfeifen weg >>> Frequenzweiche woanders montieren oder abschirmen.          

Schlechter Radioempfang

Viele Antennen benötigen eine separate Spannungsversorgung. Diese erfolgt über die am Radio meist mit Ant.Remote (meist ein blaues oder blauweißes Kabel) bezeichnete Leitung. Fehlt diese 12V Spannung funktioniert die Antenne sehr schlecht. Bei vielen neueren Autotypen, z.B. VW,SEAT,AUDI, erfolgt dies nicht mehr über ein extra Kabel, sondern direkt über die Antennenleitung. Diesen Anschluss haben aber nur die jeweiligen serienmäßigen Radios. Wer ein anderes Radio einbauen will, benötigt daher einen sogenannten Phantomeinspeise-Adapter. Dieser wird nur zwischen Radio und Antenne montiert, das Ant.Remotekabel mit dem Adapter verbunden und schon ist der Radioempfang wieder perfekt.

Phantomeinspeise-Adapter von AIV

Bei normalen passiven Versenkantennen hilft oft schon eine bessere Masseverbindung des Antennenfußes zum Kotflügel, um den Empfang zu verbessern. Bei Dachantennen gehen meist die Strahler kaputt. Um das festzustellen genügt es einen kleinen Schraubenzieher an die Antennenbuchse des Radios zu halten. Ist der Empfang besser als mit der Autoantenne ist diese defekt. Wenn nicht sollte der Radio in einer Fachwerkstatt überprüft werden. 

Sound        

Wer guten Sound im Auto haben will, muss nicht unbedingt Tausende von Euros ausgeben. Die richtige Auswahl der Komponenten und der gute Einbau sind das A und O für guten Sound. Wichtig ist, dass man sich erst einmal Gedanken darüber macht, was man selber will und welche Musik man bevorzugt. Eine SPL-Anlage ist anders zu konzipieren als ein auf High End-Sound getrimmtes Auto. Wichtig für guten Sound sind gute und richtig montierte Front-Lautsprecher. Das sogenannte Frontstaging erreicht man nur mit einem guten Composystem. Der Einbau der Frontlautsprecher erfolgt meist in den serienmäßigen Aussparrungen, d.h. der Tiefmitteltöner ist in der Tür und der Hochtöner ist ebenfalls in der Tür, im Spiegeldreieck oder im Armaturenbrett eingebaut. Die Hecklautsprecher dienen eigentlich nur zur Verbesserung der Räumlichkeit und sollten eher leiser als die Frontspeaker eingestellt werden. Der Woofer gehört in den Kofferraum und sollte so eingestellt sein  dass man ihn gehör mäßig nicht orten kann. Bevor es aber ans einstellen geht, widmen wir uns erst einmal dem Einbau. 

Rainbow Dreamline CSX-265

Front-Lautsprecher:

Tiefmitteltöner in die serienmäßigen Öffnungen einbauen und fest verschrauben. Falls Adapterringe benötigt werden, meist aus Kunststoff, es gibt aber auch bessere Eisenringe, diese fest mit der Tür verschrauben und Dichtband nicht vergessen.

Hochtöner in die serienmäßigen Öffnungen einbauen. Da diese Öffnungen meist nicht optimal sind, wäre es besser für die Hochtöner ein eigenes Gehäuse zu bauen, z.B. für die A-Säule. Zuvor sollte man aber durch  Hörvergleiche die beste Position herausfinden. Ein paarweises Umpolen der Hochtöner kann unter Umständen den Klang verbessern. 

Hecklautsprecher:

Für die Hecklautsprecher gilt im Prinzip das gleiche wie für die Frontspeaker. 

Spectron SPC69ZX   

Subwoofer:

Nun, Bass kann man eigentlich nie genug haben. Aber er sollte weder wummern noch dröhnig klingen. Es gibt drei Arten von Subwoofergehäusen fürs Auto. Geschlossen, Bassreflex und Bandpass. Für welches man sich letztlich entscheidet hängt vom persönlichen Geschmack ab. Am besten vorher beim Fachhändler antesten.

Rainbow STREAM 12 Axton CAB609Spectron SPC1250IL 

Verstärker:

Es gibt mittlerweile für alle Bedürfnisse den richtigen Verstärker. Ob Mono-, Zweikanal-, Dreikanal-, Vierkanal-,Fünfkanal-, Sechskanal- oder Achtkanalverstärker, es gibt sie in allen Leistungs- und Preisklassen. Der kompetente Fachhändler ist auch hier wieder die richtige Anlaufstelle. Grundsätzlich gilt für den Wooferkanal soviel Leistung wie möglich. Es schadet nicht wenn die Bassendstufe mehr Leistung hat als der Subwoofer!Die meisten Woofer gehen durch das sogenannte Clipping kaputt. Vereinfacht kann man sagen je mehr Leistung ein Verstärker hat, desto weniger kommt man auch bei hohen Lautstärken in den kritischen Bereich. 

Emphaser EA24000D  Eyebrid Y2A6Y600  

Einstellen des Sounds:

Die Einstellung des Sounds erfolgt zuerst am Verstärker. Alle Tonregler am Radio, Bass, Mitten, Höhen und Loudness auf Mittelstellung bzw. aus stellen, an der Endstufe die Gainregler auf „O“(ganz nach links )drehen, dann die Radio-Lautstärke auf dreiviertel aufdrehen. Jetzt den Gain für die Frontlautsprecher langsam soweit aufdrehen bis erste Verzerrungen zu hören sind, dann den Gain ein wenig zurückdrehen bis gerade keine Verzerrungen mehr zu hören sind. Wird ein Subwoofer eingebaut, kann man die tiefen Frequenzen für das Frontsystem herausfiltern. Dazu den Highpass-Filter „HP“ einschalten und mit dem Frequenzregler die Bassfrequenzen wegnehmen. Diesen Vorgang sollte man am besten in Verbindung mit dem Woofer so oft wiederholen, bis der Sound homogen wirkt. Die gleiche Prozedur für die Hecklautsprecher wiederholen. 

Die Woofereinstellung :

Tiefpassfilter „TP“ einschalten. Frequenzregler auf ca. 80Hz stellen. Gain langsam nach rechts drehen bis gewünschter Pegel erreicht ist. Dann Gain und Frequenz mit dem Frontsystem abgleichen bis der Sound stimmt. Je tiefer die Bassfrequenz gewählt wird, desto sauberer wird der Woofersound. Allerdings sinkt auch der Pegel, man muß also die Endstufe wieder etwas weiter aufdrehen. Einige Endstufen haben zusätzlich einen Subsonicfilter. Dieser funktioniert genauso wie ein Highpass-Filter, ist aber für Subwoofer ausgelegt. Die ganz tiefen Frequenzen ,z.B. 20Hz, kann man damit gezielt herausfiltern. Dazu dreht man den Regler soweit nach rechts bis der Bass hörbar weniger wird, dann ein wenig zurückdrehen und schon passt es. Die gleiche Vorgehensweise gilt auch für Verstärker die einen Bandpass-Filter „BP“ haben. 

Die ganze Prozedur mit verschiedenen CD’s wiederholen, bis der Sound für alle Musikstile passt. Zugegeben es ist ein bisschen aufwendig, aber wer schon einmal eine wirklich gute Anlage gehört hat, der weiß dass es sich lohnt!

Und wer sich das alles doch nicht selber zutraut, dem helfen wir selbstverständlich mit unserer langjährigen Erfahrung gerne weiter!

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Stand: 14. November 2008